Die Mischung von allem ist der große Hype - Interview in der Malerzeitschrift Mappe
Rubrik: Axel Venn
Mappe: Herr Prof. Venn, das Leben (wie) auf dem Land liegt im Trend. Was steckt hinter diesem Phänomen?
Axel Venn: Ich denke hinter dem Erfolg von Landlust verbirgt sich ein einfacher aber sehr virulenter Trend: Wir sind die übermäßigen Wohnimporte und ihre unverständlichen Gestaltungs-Merkmale leid. Mallorca, Ostasien und Nordafrika als Einrichtungsmodell sind out. Die Sehnsucht nach unseren eigenen, aus der Mode gekommenen Gartenzwerge ist groß, so groß wie das Verlangen nach Sauerkraut und Bratwürstchen.
Wir wollen wieder den Garten umgraben, Tomaten, Gurken und Salat ernten,
und mit dem Nachbarn ein Bier trinken. Die Liebe zur eigenen
Folklore ist das Schwungrad auf die Lust nach Zuhause.
Und das Zuhause-Idyll benötigt Wiesen, Wälder, Gärten,
ein Bächlein, eine Hütte, zwei Ziegen, einen Hund, eine
Katze und viel Gemütlichkeit, den süßen Duft der Natur
und die Befreundung mit netten Menschen. Klar, ein
bisschen Gartenlaube, eine Portion Reformeifer, ein wenig
Öko-Freak und das Bedürfnis nach Nähe. Die Mischung
von allem ist der große Hype.
Mappe: Wie äußert sich die neue Landlust in unserem
Wohnen?
Axel Venn: Heiter und floral muss alles aussehen, keine
Angst vor Putzigem und zu viel Blumen an den Wänden
und vor dem Echten auf dem Tisch. Landlust zeigt sich in
komfortablen Wohnszenerien. Der Purismus ist verboten,
Zuviel Archaisches auch. Landlust ist blumenfarbig bis
bayerisch folklorehaft, ist auch blaugetönt wie Strandbewohner
es lieben. Kamine oder Kachelöfen, Grill und
Terrasse gehören dazu, bequeme Sessel und Couches,
schöne Musik und wenn das Bier aus ist, einen guten
Tropfen Wein, dazu Käse und Erzähler, die die besten
Schnurren auf Lager haben. Landlust ist lustvoll, macht
Spaß, ist heiter gestimmt. Vom Zusehen bekommt man
rote Bäckchen und gute Laune. Landlust ist die passende
Wohnphilosophie für gestresste und ermüdete Städter.
Landlust passt aufs Land, an den Stadtrand, aber auch in
die fünfte Etage mitten im Großstadtgewühl.
Auszug aus: Nr. 56 Mappe 12/11
Luxus ist doch kein Verbrechen - Artikel in mein schönes Zuhause³
Rubrik: Axel Venn, In der Presse
Luxus gestern, Luxus heute – Luxus überhaupt? Auch
bei diesem Thema wird Axel Venn (67), international
geschätzter Professor für Farbgestaltung und Trendforschung, deutlich.
Etwa so: „Da Luxus immer mit Macht
zu tun hat, ist er in erster Linie ein männliches Thema.“
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weiß/schwarz - dezember 2011
Rubrik: Axel Venn
Auszug aus: |
die vorliebe für weiß das mittun kostet überwindung also fressen wir weiterhin ihren quark und |
Anthrazit als Täuschungsmanöver, Interview mit Axel Venn
Rubrik: Farbgestaltung, In der Presse
Architekten tragen viel Schwarz und reagieren allergisch auf Farborgien - aber warum eigentlich?
Ein Expertengespräch mit Farbforscher Axel Venn über die Wirkung von Farben und die Frage, ab
wann Schwarz und Weiß in der Architektur problematisch werden.
Herr Venn, in der Architektur sind Schwarz und Weiß populär. Zurecht?
Nicht unbedingt. Es sind keine Farben, mit denen man sich umgeben sollte. Sie sind eigentlich farbentleert. Weiß ist die Summe aller Farbigkeiten in der additiven Farbmischung, in der subtraktiven Farbmischung ist es Schwarz.
Aber es macht doch einen Unterschied, ob ich eine Vase ansehe, Kleidung oder eben ein Haus?
Natürlich hat die Dimension mit der Wirkung einer Farbe viel zu tun. Ein schwarzes Kleid kann sehr angenehm wirken, aber sobald ich Schwarz und Weiß großflächig nutze, wird beides substanzlos; die Farben gerinnen zu einer Nichtstellungnahme. Es kommt immer darauf an, ob ich eine Farbe als Akzent verwende oder als etwas Vollflächiges. Schwarze oder weiße Bilderrahmen sind wunderbar, damit fokussiert man den Blick…
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Artikel aus: BAUMEISTER - Das Architekturmagazin - Dezember 11
Das Gespräch führte Julia Schreiter
In & Out (Farben, Gespräche, Sehnsüchte, Befürchtungen) Dezember 2011
Rubrik: In & Out, Zukunft und Trends
| -- | IN | OUT | MEGAOUT |
|---|---|---|---|
| FARBEN | rot: vom Weinen grün: vom Frieren |
die leichten pastelligen | die blauen unerwünschten |
| GESPRÄCHE | die man nicht führen sollte | die man vermißt | die geistreichen, die geschwätzigen |
| SEHNSÜCHTE | jene mit Realbezug | die träumerischen mit Schönbezug | jene mit Erfüllbarkeitsbezug |
| BEFÜRCHTUNGEN | die allerschlimmsten | die wahrscheinlichsten | die naheliegensten |
imm cologne - Vorträge auf der Messe von Prof. Axel Venn
Rubrik: Farbgestaltung, Vortragskalender
| 17. Januar 2012 | ||
| 13:00 | bis | 13:45 |
| 18. Januar 2012 | ||
| 11:30 | bis | 12:15 |
| 19. Januar 2012 | ||
| 10:00 | bis | 10:45 |

1. “Farben der Gesundheit - pragmatische Leitbilder für das Ambiente.”
Dienstag, 17.01. um 13:00-13:45 Uhr
2. “Farbe, Form, Dynamik - Wie sieht “ästhetisch”, “freundlich” oder “familiär” aus.?”
Mittwoch, 18.01. um 11:30-12:15 Uhr
3. Auf Rezept: “Die wohlfühlindizierten Wohn-Parameter - Eine analytisch-wissenschaftliche Arbeit.”
Donnerstag, 19.01. um 10:00-10:45 Uhr eingeplant.
In & Out (Farben, Life-Style, Culture, Design) November 2012
Rubrik: In & Out, Zukunft und Trends
| -- | IN | OUT | MEGAOUT |
|---|---|---|---|
| FARBEN | die banalen und antändigen | die exquisiten und anregenden | die experimentellen und unkonformistischen |
| LIFESTYLE | gemerkeltes unaussprechliches | zeitgeistiges vorwärtsstrebendes | vergangenes und visionäres |
| CULTURE | volksmusisches folkloristisches | fremdes da befremdet | begeisterndes verrücktes |
| DESIGN | konkretes und stupfendes | designtes bemerkbares | sinnlich-sinnvolles |
was passt zum papagei - November 2011
Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik
Auszug aus: |
der naseweiß trägt diese farbe dem blauen fehlt’s an luft grün ist der naturverbundene violett sind stets die mystiker die königstreuen lieben gold und purpur |

VENN FARBWÖRTERBUCH