Wortverzeichnis A-Z

Prof. Axel Venn | Axel Venn

Ein Wortverzeichnis für Kreative…
Schüler, Studenten, interessierte Laien und Besserwisser:

BEGRIFF ERLÄUTERUNG
AKUSTIK-DESIGN wenn Autos einen "tollen Sound" besitzen und Türen weich, aber vernehmlich ins Schloss fallen
AMBIENTE Einrichtung (ital.)
AMORPHIE im Design: Nebel- und Wolkenbilder
ANEKDOTISCHES WISSEN aus Erfahrung entstandenes Wissen (das gesamte Farbwissen ist anekdotisch angelegt)
ANTIPATHIE Abneigung, Ggs. zu Sympathie
APPELL starker Auftritt mit grosser Wirksamkeit (häufig Markenprodukte Farbe, Form, Material)
ARCHITEKT baut Häuser zumeist unschöne
ART DECO ca. 1916 - 1932 luxuriöser, weltoffener Einrichtungs- + Architekturstil
ASSOZIATION Aneinanderreihung, Verknüpfung von Vorstellungen
�STHETIK Lehre von den Gesetzen des Schönen
AUTHENTIZIT�T Echtheit, Glaubwürdigkeit
AVANTGARDE avantgardistisch bez. Haltungen und Moden, die anderen um Schritte voraus sind
BAROCK ca. 1600 - 1750 Dynamik, Repräsentationswille, schmuckvoll, herrschaftsorientiert
BAUHAUS + DESSAU ca. 1919 - 1932 formal-geometrisch Gestaltung, Weimar (1919 Walter Gropius Gründungsdirektor)
BIEDERMEIER um 1840 nach G. Biedermeier benannt - in der Einrichtung bürgerliches Ambiente
C.I. Corporate Identity, Begriff aus der Werbung: Firmen-Identität
CHROMA Farbe
COUNTRY STYLE Landhausstil, von folkloristisch bis mediterran
CREATIVIT�T Fähigkeit zum schöpferischen Gestalten
DEKONSTRUKTIVISMUS ca. 1970 - 1980 Architekturperiode chaotischen Bauens
DEMOGRAPHIE Wissenschaft von der Altersstrukturierung der Menschen
DEMOSKOPIE Meinungsforschung
DESIGN Muster oder Gestaltung, auch Entwurf von Produkten oder Gegenständen (auch Interior-Design) = Innenraumgestaltung
DESIGNSTRATEGIE einem ästhetischen oder ökonomischen Grundsatz folgen: Masse oder Klasse
DIE 50ER ca. 1950 - 1960 Nierentische + Gummibäume, Vespas + Käfer VW, leicht verkitschte pastellige Einrichtungswelt
EMPFINDUNG Sinneswahrnehmung, Eindruck, Ahnung
EMPHATISCH leidenschaftlich, schwungvoll (Emphase - Leidenschaftlichkeit (im Ausdruck)
EMPIRE ca. 1800 - 1820 vorzugsweise in Frankreich
EPIKUREISMUS Genussgesellschaft, der Sinn des Lebens besteht im Genuss (Epikur, griech. Philosoph 341-271 v. Chr.)
EPOCHE zeitgeschichtlich bedeutsamer geistes- und kunsthistorisch langfristiger, abgeschlossener Abschnitt
ERLEBNISORIENTIERUNG Gestaltung, die lebendig und spannend ist
ETHNOLOGIE Lehre von den Völkern
FARBENKREIS Kreisförmige Anordnungen der Farben nach dem Regenbogen-Prinzip in 6, 12, 18 oder dem Mehrfachen von 6 Nuancen
FARBMARKETING über Farbgebung eine Produktstrategie erfolgreich umsetzen
FARBMETRIK Farbmessung
FARBSYSTEM Farbordnungssystem: NCS, RAL, Pantone etc.
FAUX-UNI falsche Uni-Fläche
FOKUSSIERUNG eindeutiger Blick auf...
FORM FOLLOWS FANTASIE Form folgt der Fantasie - 80er Jahre
FORM FOLLOWS FUN Form folgt dem Vergnügen - 90er Jahre
FORM FOLLOWS FUNCTION Form folgt der Funktion - 60er Jahre
FUNKTIONALISMUS ca. 1960 - 1975 Design wird mit einem aesthetisch funktionalen Wertversprechen verbunden (Braun Design)
FUNKTIONALIT�T Im Design: Nutzenoptimierung, Handling und Qualität beachten
GEFÜHL Stimmung oder Anmutung (Ggs. Kognition)
GRÜNDERZEIT/HISTORISMUS ca. 1860 - 1890 Stilmischmasch, b�rgerlich, desorientiert, überladene Ornamentik
GUSTOMETRISCH Gusto, lat. Geschmack -Empfindung über Schmecken
HAPTISCH griffig, Haptik: Griffanmutung
HEDONISMUS Spass- + Lustgesellschaft, meist grosstädtisch (hedone: griech. Lust)
HIGH-TECH/SOFT-TECH Design auf hohem techn. oder gefühlsorientiertem Niveau
IDENTITÄT Bezug zur eigenen Person herstellen
INNENARCHITEKT engl. interior designer, macht Wohnen wohl schöner
INNOVATION (lat.: innovatio - Erneuerung) umgangssprachlich zumeist im Sinne von "gänzlicher Neuentwicklung" genutzt.
INTERIOR DESIGN Einrichtungsdesign, Ambiente
INTUITION unmittelbare Eingebung (mit cognitiver Nachsuche)
IRISIEREN schimmernde, schillernde Fläche (Perlmutt)
JUGENDSTIL ca. 1895 - 1910 bevorzugt flüchige, vegetabile, verschlankte und aufstrebende Ornamentik
KLASSIZISMUS ca. 1770 - 1830 Kunst- + Architektur-Stil, Rückgriff auf klass. griech. Kunst des 4. + 5. Jh. v. Chr.
KOGNITION lat. cognito: Erkenntnis, bewusstes Wahrnehmen, Untersuchung
KONZEPT am Beginn von Design geordnete Gliederung s. Designstrategie
LANDHAUSSTIL siehe Country Style, aber mit folkloristischer deutscher Prägung
LOGIK Lehre von den Gesetzen richtigen Denkens (logos : griech.: Wort, Rede, Vernunft)
LUXURISIERUNG im Design: Zunahme alltäglicher Gegenstände mit integriertem Luxusappeal (vergoldete Griffe beim Küchenmesser)
LUXUS-ORIENTIERUNG Gestaltung mit Luxus-Appeal
MAINSTREAM der Hauptrichtung folgend
MARKE identitätsvermittelnde Produkte. Ggs.: no name
MARKETING Im Design: über Gestaltung Werte schaffen und vermarkten
MEDITERRANER LANDHAUSSTIL von Mallorca bis Toskana und der Côte d'Azur geprägter Stil
MEMPHIS ca. 1975 - 19785 experimenteller Architektur- und Design-Stil (Ettore Scottsars)
MINIMAL ART kleinteilig angelegtes, einfaches Muster
MODE Ist das, was "In" ist und man anzieht
MODERNE die letzten 5 Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts
MORPHING Gestalt verändern (2 Gesichter elektronisch zu einem vereinen)
MUSTER Textil- oder Flächen-Design (Blumenmuster, Streifen, Schwünge etc.)
NARRATIV lat.: narrare - erzählen - erzählendes, also gemustertes (narratives) Design
NEID sogen. Neid-Appelle sind wesentlicher Bestandteil von grossen Marken
NEO-FUNKTIONALISMUS ca. 1980 - 1995 Designrichtung: funktional, farblos, glatt, ornamentlos
NOBILITIERUNG über Farb-, Form- oder Oberflächengestaltung mehr Wert generieren
OBSESSIONSPOTENTIAL Leidenschafts-Inhalte (roter Samt, Porsche, Platinarmband)
OLFAKTORISCH riechen
ORNAMENT Verzierung, Schmuck
PHYSIOLOGIE Lehre von den Lebensvorgängen
POLARITÄTENPROFIL über gegensätzliche Merkmale Designinhalte verifizieren: weiss ist sauber, schwarz ist dreckig.
POLYCHROM vielfarbig (ggs: monochrom, einfarbig)
PRODUKT-DESIGN Gestaltung von Produkten des täglichen Bedarfs
PSYCHOLOGIE Wissenschaft vom Seelenleben
PURISMUS Einfachheit (auch mit Raffinesse)
RAPPORT Musterwiederholung (zumeist im 1/2 oder 1/3 Versatz)
RELAUNCH im Design: wenn Vergangenes wieder neu aufgelegt wird: Tütenlampen oder New Beatle
REMINISZENZ (lat.: reminiscentia) Rückerinnerung im Design: alte Ideen, die Eingang in neue Produkte finden
RENAISSANCE ca. 1420 - 1520 (Früh- dann Hochrenaissance) Anknüpfung an antike Kunst- und Architekturvorgaben
RETRO (RETRO-STIL) rückwärts gewandte (Stil-, Einrichtungs-)Vorliebe
ROKOKO ca. 1720 - 1750 heiter, dekorativ, verspielt
SEIDENSCHREI Begriff für das sanft knisternde Rascheln schwerer Seide
SEMANTIK Lehre von der Bedeutung der Wörter
SEMIOTIK Lehre von den Zeichensystemen + Beziehungen zu den dargestellten Gegenständen
SENSUALITÄT im Design: Produkt mit Gefühlsorientierung vernetzen
SKIN FLÄCHEN spez. in der Kosmetikindustrie: haut�hnliche Haptiken für Verpackungen
SOMATOSENSORISCH Empfindung über Hautgefühl
SOZIABILITÄT Geselligkeit, Umgänglichkeit
SOZIO-, EINKOMMENSGRUPPEN Differenzierung der Menschen nach ihrem Profil in der Gesellschaft
SOZIOLOGIE Lehre vom Zusammenleben der Menschen
SPANNUNG Farb- und Formenspannung ggs.: Harmonie
STÄBCHEN + ZAPFEN Sehinstrumente des Menschen: Stäbchen (etwa 120 Mill.) erkennen Schwarz/Weiss - Zapfen (6 Mill.) sind für das Farbensehen zuständig
STIL Gestaltungsepoche in Kunst und Einrichtung
STILE UND EPOCHEN - RENAISSANCE ca. 1420 - 1520 (Früh- dann Hochrenaissance) Ankn�pfung an antike Kunst- und Architekturvorgaben
STILE UND EPOCHEN - BAROCK ca. 1600 - 1750 Dynamik, Repräsentationswille, schmuckvoll, herrschaftsorientiert
STILE UND EPOCHEN - ROKOKO ca. 1720 - 1750 heiter, dekorativ, verspielt
STILE UND EPOCHEN - KLASSIZISMUS ca. 1770 - 1830 Kunst- + Architektur-Stil, Rückgriff auf klass. griech. Kunst des 4. + 5. Jh. v. Chr.
STILE UND EPOCHEN - EMPIRE ca. 1800 - 1820 vorzugsweise in Frankreich
STILE UND EPOCHEN - BIEDERMEIER um 1840 nach G. Biedermeier benannt - in der Einrichtung bürgerliches Ambiente
STILE UND EPOCHEN - GRÜNDERZEIT/HISTORISMUS ca. 1860 - 1890 Stilmischmasch, bürgerlich, desorientiert, überladene Ornamentik
STILE UND EPOCHEN - JUGENDSTIL ca. 1895 - 1910 bevorzugt flächige, vegetabile, verschlankte und aufstrebende Ornamentik
STILE UND EPOCHEN - WERKBUND ca. 1907 - 1933 geometrische Formensprache, sachorientiert und materialkonform
STILE UND EPOCHEN - ART DECO ca. 1916 - 1932 luxuriöser, weltoffener Einrichtungs- + Architekturstil
STILE UND EPOCHEN - BAUHAUS + DESSAU ca. 1919 - 1932 formal-geometrisch Gestaltung, Weimar (1919 Walter Gropius Gründungsdirektor)
STILE UND EPOCHEN - DIE 50ER ca. 1950 - 1960 Nierentische + Gummibäume, Vespas + Käfer VW, leicht verkitschte pastellige Einrichtungswelt
STILE UND EPOCHEN - FUNKTIONALISMUS ca. 1960 - 1975 Design wird mit einem ästhetisch funktionalen Wertversprechen verbunden (Braun Design)
STILE UND EPOCHEN - MEMPHIS ca. 1975 - 19785 experimenteller Architektur- und Design-Stil (Ettore Scottsars)
STILE UND EPOCHEN - NEO-FUNKTIONALISMUS ca. 1980 - 1995 Designrichtung: funktional, farblos, glatt, ornamentlos
STRUKTUR topografisch oder/und zeichnerisch angelegtes Gefüge (Ggs. Amorphie)
SURROGAT Ersatz, Ersatzstoff (nicht echt)
SYMBOL sinngebendes Zeichen
SYMMETRIE Spiegelgleichheit, Gleichmaß, Balance
SYMPATHIE Zuneigung, Seelenübereinstimmung
SYNÄSTHESIE Übertragung von einer Wahrnehmung zur anderen etwa Rotes hören, etwas Gelbes schmecken
SYSTEMATISCHES WISSEN gegliedertes, geordnetes Wissen (Mathematik) - s. Kognition
TENDENZ sich wage abzeichnender Trend
TRADITIONS-DESIGN nach tradierten, historischen Stile
TREND richtungsweisende Entwicklung, zumeist kurzfristige Designepoche
TREND PANEL Gruppe von Trendforschern
TRENDINSTITUT verlautbart neue Trends zumeist ökonomischer Hintergrund
TRENDSCOUT spürt neue Trends auf
UNI absolut glatte, einfarbige Fläche
USP engl. Unique selling proposition, Begriff aus d. Marketing: einzigartiges Alleinstellungsmerkmal
WAHRNEHMUNG Aufnahme durch Sinnesorgane - Registrieren und Verarbeiten äußerer Einflüsse (ca. 30 Gehirnbereiche sind am Wahrnehmungsprozess beteiligt)
WERKBUND ca. 1907 - 1933 geometrische Formensprache, sachorientiert und materialkonform
ZITAT Begriff im Design (vergangener Gestaltungsmerkmale wiederaufnehmen und "zitieren").
ZUKUNFT Design ist immer zugleich Zukunftsschöpfung

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Beitrag vom 2. Oktober 2007