Die Farben des Einrichtens 2012 im Workshop der Farbinfo 2008
Prof. Axel Venn | Zukunft und Trends
Anlässlich der Farbinfo 2008 – Einer Veranstaltung des Deutschen Farbenzentrums e. V – unter dem Motto „Farbe verstehen – Status Quo und Trends“, die vom 24. bis 26. Oktober 2008 im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin stattfand, inszenierte Axel Venn einen Workshop unter dem Thema: „Trendscouting – Schnellkurs für den Colorscout“.
– Hierzu schrieb Venn:
„Trends heißen die neuen Formate, die wir früher einmal als Stile oder Epochen bezeichneten.
– Eine Ökonomie, die weltweit Waren- und Serviceleistungen mit Schall- oder Lichtgeschwindigkeit in Bewegung setzt, gewinnt weiter an Dynamik. Der Faktor Beschleunigung ist das wesentlichste Element der Zukunft. Fortschrittsschub, und Zukunftseuphorie sind Teile einer siamesischen Zwillingsbeziehung.
Die geschrumpfte Zeit ist das Wesensmerkmal der Zukunft. Den Beweis dazu liefern die rapiden demografischen, altersexpansiven Veränderungen, und als Resultat entsteht eine Bevölkerung, die in Wahrheit nicht älter wird, sondern jünger bleibt.
Übrigens, der sichtbarste Teil von Trends sind zumeist Farben. Deren Anmutungs-Kanon transportiert die prägnantesten und obsessivsten Botschaften.
Farbtrendprognosen für das Jahr 2012 werden die Teilnehmer des Workshops in zwei Trendpanels entwickeln. Farbdefinition, Fokussierung und Darstellung werden gemeinsam erarbeitet.
Der Workshop liefert einen Einblick in die Tätigkeiten des Color-Scouts.
Wie erfährt der Scout, was in zwei, drei Jahren „In“ ist?
Warum gibt es Trendwechsel? Sind dies: Überdrusshaltungen, Neugier-, Lust-, Untreue-Optionen oder Identitäts-Erfindungen?
Was sind Trends? Reine Marketingtricks oder die ewige Sehnsucht nach Veränderung?
Gibt es archaische Grundmodelle für Trends?
Warum ist die Avantgarde immer attraktiver als der Tross?
Ist der notorische Trendwechsel erfolgreicher als stetes Beharrungsvermögen?
Die Ergebnisse eines Teils des Workshops befassen sich mit den Farben des Einrichtens 2012.
Die XY und Z Achsen vermitteln den Teilnehmern eine Richtungsorientierung von visionären bis utopischen Inhalten einerseits und einfachen bis kostbaren Gestaltungsoptionen andererseits. Die diagonalen, aber auch horizontal und vertikal wirksamen Hinweise sollen feminin, bzw. maskulin orientierte Einrichtungsmodelle provozieren.
Mittels einer Schablone, die mit einem 2er-Feld, 3er-Feld und einem 3er-Eckfeld bestückt ist, lassen sich eindringliche und hoch anwendungsorientierte Rezepturen erzielen.
Die Interpretationen der Teilnehmer sind von erstaunlicher Individualität und Kreativität gestaltet.
Der Trendscout erfährt, dass die Inhalte der ausgesprochen weiblichen und männlichen Töne sich immer mehr zu einer Art Cohabitation entwickelt, d.h., das „Feminine“ ist genauso wenig ausschließlich „feminin“ gestaltet, wie das „Maskuline“ rein „männlich“ gefärbt ist.
Häufig erkennen wir „maskuline“ rosa Töne oder „feminine“ schwarze Farben oder ein sanftes „männliches“ Lind oder ein kräftiges „weibliches“ Magenta.
Die kostbaren Töne sind zumeist tieftonig dargestellt oder seidig-elegant und hell. Zumeist jedoch sind sie zwischen Prada und Etro angesiedelt; schräg-protzigen Versace-Tönungen haben sich die allermeisten Teilnehmer entgegen gestemmt.
























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Beitrag vom 28. November 2008


VENN FARBWÖRTERBUCH