Die Ästhetik der Ökologie (Interview in “Mein schönes Zuhause ^3″)

Prof. Axel Venn | In der Presse

mein_schoenes_zuhause3_a

Wir sitzen im „Café Bilderbuch� in
Berlin-Schöneberg. Der Raum ist
saalgroß und trotzdem ohne Hallen-Kälte.
Bereiche auf unterschiedlichem Niveau,
Sofas, Sessel und Stühle, eine lange
Regalwand mit Büchern, fast alle Tische
besetzt: Architektur und Innenarchitektur
erlauben schallfreie Kommunikation, verhindern
Lärm. Der allgemeine Stimmpegel und
sanft klapperndes Geschirr signalisieren: Die
Leute fühlen sich wohl.
Prof. Axel Venn, mit dem wir verabredet sind,
um über die Ästhetik gesunden Wohnens
und Folgen des Klimawandels auf unseren
Lebensstil zu sprechen, erweist sich als
Gesprächspartner mit seltener Gabe: Er
packt große Fragen fasslich an, findet Spaß
am Brückenschlag zu entfernten Themen
und hat keine Angst, Farbe zu bekennen –
der Stallgeruch der Souveränität. Axel Venn
schwingt sich wie ein Schmetterling von
Blüte zu Blüte. Deshalb ist es auch am
besten, ihn mit einer Blütenlese vorzustellen.

mein_schoenes_zuhause3_b

Welche Veränderungen bewirkt der
Klimawandel fürs bewusste Wohnen?

Axel Venn: „Eine hochinteressante Frage, auf die
es schon Antworten gibt. Viele Menschen in
Deutschland reagieren auf ihn oder nehmen
ihn vorweg, indem sie die Lebensart des
Südens importieren. Deutsche sind in man-
cher Hinsicht Franzosen und Italiener ge -
worden: Wein- statt Biertrinker. Latte Mac -
chiato und Prosecco, Pasta und Spaghetti.
Wir leben und essen viel mehr draußen.
Unsere Fenster werden größer, und wir
haben nichts dagegen, uns wechselseitig in
die Fenster zu schauen. Esstische wachsen
mit der Lust am guten Gespräch in geselliger
Runde und nehmen die Ausmaße klösterlicher
Refektoriumstische an. Tischdecken
verschwinden, Brot brechen wir wieder mit
der Hand, Atmosphäre und Dekoration
ähneln einem Frühlingsfest in der Toskana.�

mein_schoenes_zuhause3_c

Warum läuft das Traumhaus Traumschiffen
den Rang ab?


Axel Venn: „Menschen fragen sich zu
allen Zeiten: Was macht mir Spaß? Die
Antwort geht einher mit der Bestimmung
von Identitäts- und Statusvermittlern. Vor
30 Jahren war es das Gäste-WC im eigenen
Haus, der Ort mit den goldenen Wasser -
hähnen. Dann kam das Fernweh, mit ihm
Prestige-Reisen und das Traumschiff. Jetzt
sind es Haus, Wohnung und die Wohn -
bereiche – Küche und Bad im Besonderen.
Nachdem alle wussten, dass die Finanz- und
Spekulationsblase irgendwann platzen musste,
erleben wir die Wiederentdeckung der
Wert- und Nach haltigkeit des Hauses.�

Was dabei ist für Sie nachhaltig – und ästhetisch?
Lesen Sie den ganzen Artikel als PDF: mein_schoenes_zuhause3.

Lesen Sie mehr...

Bei allen Services (Mister Wong, Yigg, Infopirat etc.) bookmarken

Copyright
Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Eine Verwendung des Textes - auch in Auszügen - bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Beitrag vom 7. Mai 2010