rot-komplizen - Farbgedicht April 2011

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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Auszug aus:
Das Farbwörterbuch

wir bemühen uns
die sichtbaren ereignisse
klar zu stellen
und die verborgenen

zu durchleuchten
wenn farbtöne mit
den anderen spielen
entstehen bilder

deren vielfalt
dem kosmos ähnlich ist
allein die komplizenschaften
mit rot treiben uns ins unendliche

weiss getarnt - Farbgedicht Maerz 2011

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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die werteskalen sind heilig
genau wie luxus labels
wie schrott werden sie gehandelt
sobald sie wohlfeil umplagiiert

auf dem gabentisch landen –
die beneidungsmerkmale
bereiten jenen freude
die sie in aller selbstlosigkeit

zu verniedlichen suchen
und von der ererbten bescheidenheit
schamlos gebrauch machen
und sich mit weißer lipizzaner-blässe
tarnen

gleichgültig - Farbgedicht Februar 2011

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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“Das Farbwörterbuch”
was uns bei nacht gefällt
missfällt dem tag
die trüben geister

schweben lautlos durch
die leere und stoßen
dumpf ins blaue vor

die müdigkeit ist’s
die tiefen schlaf verspricht
und farbruhezonen bildet

routiniert und schlicht
beliebig matt und satt
verschwendet jede geste.

farben in utopia - Farbgedicht Januar 2011

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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“Das Farbwörterbuch”

die zauberkraft der kolorits
der unterlassenen appelle
an die vernunft
und des bewusstseins

das traumland
an utopia grenzend
die sehnsucht knüpft
mit virtuellem schein

der wahrheit nah wie fern
und dennoch farbgebunden
von purpur bis auricula
von königsblau bis gold

volle Farben - Farbgedicht Dezember 2010

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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Das Farbwörterbuch

farbmächtig ist das volle
in sich ruhend kreisbetont
pausbäckig und gesund

wer weiß vermisst
muss lange warten
wohl ist es unerwünscht

denn das frugale ungefärbte
ist zuständig für die leere
und das ungesagte

die farben des genusses - Farbgedicht November 2010

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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die töne dieses wortes
sind vegetabil
wie eine schale vitamine
und leicht erklärlich

denn der duft
der süße dringt aus
dieser farbenpracht
und beschreibt die szene

vor dem griff ins volle
wenn der saft aus
süd- und eig‘nen früchten
schmatzend quillt

wie schmeckt gold - Farbgedicht Oktober 2010

Rubrik: Farbgedichte, Farbsemantik

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eine unterversorgung
mit eigelb und schockrot
ist zu vermeiden
solange das augenlicht

es gut mit uns meint
hüten wir uns vor
güldenem gepränge
es schmeckt bitter

weil die goldschmiede
es mit mandelöl
versetzten um
uns kummer zu ersparen

das lila meiner tanten und das provokante ihres tuns - Farbgedicht September 2010

Rubrik: Farbgedichte, Farbwahrnehmung

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der große hype
das schöne rot
im2-Wannen-Bad
das reine blau

ein toller trend
für fortgeschrittene
und lila erst
für diese tanten

wenn sie die
maurer poussieren
und jene pfeifend
ihre ohren karessieren

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